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Die Wiener Hofmusikkapelle

Jeden Sonntag von Mitte September bis Ende Juni findet um 9:15 Uhr in der Hofburgkapelle ein Gottesdienst statt. Fortgesetzt wird damit eine über 500-jährige Tradition, die in der Zeit der Habsburger-Herrscher ihren Ausgang genommen hat. Einzigartig ist bis heute die musikalische Gestaltung dieser Messen. Denn das Ensemble der Wiener Hofmusikkapelle besteht aus den Wiener Sängerknaben, Mitgliedern des Herrenchors der Wiener Staatsoper und der Wiener Philharmoniker und musiziert auf der obersten Empore der Hofburgkapelle.

Die wechselnden Teile der Messe, das sogenannte Proprium, werden von der Choralschola der Wiener Hofburgkapelle, die sich aus ehemaligen Wiener Sängerknaben zusammensetzt, ausgeführt. Die gleichbleibenden Messabschnitte, das Ordinarium (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus, Agnus), erklingen in bedeutenden Messvertonungen von unter anderem Claudio Monteverdi, Heinrich Isaac, Jacobus Gallus, Hans Leo Hassler, Antonio Salieri, Joseph und Michael Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, der selbst Hofsängerknabe war, oder Anton Bruckner, der zu den bedeutenden Organisten der Hofburgkapelle zählte.

Im Anschluss an die Messe singen die Wiener Sängerknaben Motetten vor dem Hochaltar.

Dirigenten der Wiener Hofmusikkapelle

Erwin Ortner

Hofmusikkapellmeister

Der gebürtige Wiener war Wiener Sängerknabe und studierte an der damaligen Wiener Musikhochschule. Von 1980 bis 2016 war er ordentlicher Professor für Chordirigieren an der Musikuniversität, von 1996 bis 2002 deren Rektor. Gründer und künstlerischer Leiter des Arnold Schoenberg Chores, von 1983 bis 1995 Leiter des ORF-Chores. Grammy Preisträger 2002. Enge künstlerische Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt. Seit 2010 künstlerischer Leiter der Wiener Hofmusikkapelle.

Jordi Casals

Kapellmeister der Wiener Hofmusikkapelle

Der gebürtige Spanier studierte in seiner Heimatstadt Terrassa und in Wien Musiktheorie, Musikpädagogik, Dirigieren, Klavier und Gesang. Seit 2005 Chordirektor am Theater an der Wien, 2005 bis 2008 Chordirektor bei mehreren Festivals (unter anderem Aix-en-Provence, Edinburgh, Luxemburg, Baden-Baden). Gastdirigate.

Martin Schebesta

Kapellmeister der Wiener Hofmusikkapelle

Studierte Chorleitung, Dirigieren, Orgel und Komposition an der Musikhochschule Wien und am Mozarteum Salzburg, anschließend Kapellmeister der Wiener Sängerknaben. Zweiter Chordirektor der Wiener Staatsoper und Erster Gastdirigent des Taiwan National Choir. Internationale Konzerttätigkeit, Gastdirigent verschiedener Orchester und Chöre.

Wiener Philharmoniker

In keinem Orchester spiegelt sich die europäische Musiktradition derart prominent wider wie in den 1842 aus dem k. k. Hofopernorchester hervorgegangenen Wiener Philharmonikern. Sie stellen nach wie vor das Orchester der Wiener Staatsoper und bestreiten unter dem Namen Wiener Philharmoniker weltweit Konzerte. Aus den Reihen ihrer Mitglieder setzt sich das Orchester der Wiener Hofmusikkapelle zusammen und adelt mit seiner Klangkultur die sonntäglichen Gottesdienste in der Hofburgkapelle. 

Mitglieder

Konzertmeister: Hubert Kroisamer, Daniel Froschauer, Maxim Brilinsky
1. Violine:
Wilfried Hedenborg, Holger Groh, Pavel Kuzmichev, Alexandr Sorokow, Ben Morrison
2. Violine:
Alexander Steinberger, Gerald Schubert, Harald Krumpöck, Raimund Lissy, Dominik Hellsberg, Helmut Zehetner
Viola:
Heinrich Koll, Martin Lemberg, James Tobias Lea,
Violoncello:
Robert Nagy, Stefan Gartmayer, Gerhard Iberer, Edison Pashko
Kontrabass:
Christoph Wimmer-Schenkel, Michael Bladerer, Alexander Matschinegg
Flöte:
Günter Federsel
Oboe:
Harald Hörth, Josef Bednarik, Wolfgang Plank
Klarinette:
Daniel Ottensamer, Andreas Wieser
Fagott:
Johannes Kafka, Harald Müller
Horn:
Ronald Janezic, Wolfgang Vladar, Lars Michael Stransky
Trompete:
Martin Mühlfellner, Hans Peter Schuh, Gotthard Eder, Reinhold Ambros
Posaune:
Dietmar Küblböck, Mark Gaal, Johann Leopold Ströcker
Pauke:
Klaus Zauner, Anton Mittermayr

www.wienerphilharmoniker.at

Herrenchor der Wiener Staatsoper

Zum Ensemble der Wiener Hofmusikkapelle zählen auch 18 Herren des Chors der Wiener Staatsoper, die auch solistische Aufgaben zu bewältigen haben. Manche von ihnen haben ihre Karriere als Mitglied der Wiener Sängerknaben begonnen und widmen sich damit dem seit früher Jugend gewohnten Repertoire nun aus einer anderen Perspektive.

Mitglieder

Tenor: Ulrich Großrubatscher, Zsolt Temes, Michael Knapp, Günther Martin Müller, Andre Potgieter, Roland Winkler, Hakki Özpinar, Wolfram Derntl, Jacek Piotr Krzyszkowski, Friedrich Springer

Bass: Mario Steller, Hacik Bayvertian, Karl Nebenführ, Hermann Thyringer, Johannes Gisser, Ion Tibrea, Dominik Rieger, Jens Musger

www.wiener-staatsoper.at

Die Wiener Sängerknaben

Die Geschichte der Wiener Sängerknaben, die mit dem Herrenchor der Wiener Staatsoper und Mitgliedern der Wiener Philharmoniker das in seiner Art einzigartige Ensemble der Wiener Hofmusikkapelle stellen, ist eng mit der bis in das 15. Jahrhundert zurückreichenden Geschichte dieser Institution verbunden. Schon als k. k. Hofsängerknaben wirkten sie bei den Messen, aber auch Hochzeiten und Trauerfeierlichkeiten des Kaiserhofs mit. Der Zusammenbruch der Monarchie führte zu einem vorübergehenden Ende dieser Auftritte, welche erst 1924 – dann bald unter dem Namen Wiener Sängerknaben – wiederaufgenommen werden konnten. Zahlreiche ehemalige Wiener Sängerknaben bleiben dem Gesang als Mitglieder der Choralschola der Wiener Hofburgkapelle oder des Chorus Viennensis verbunden.

www.wienersaengerknaben.at

Organisten der Wiener Hofmusikapelle

Martin Haselböck

Der österreichische Dirigent Martin Haselböck stammt aus einer bekannten Musikerfamilie. Nach Studien in Wien und Paris und mit internationalen Wettbewerbspreisen ausgezeichnet, erwarb er sich früh große Reputation als Organist und arbeitete mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Lorin Maazel, Wolfgang Sawallisch, Riccardo Muti und vielen anderen.

Jeremy Joseph

Geboren im südafrikanischen Durban erhielt Jeremy Joseph zuerst Klavierunterricht ehe er mit dem Orgelspiel begann; bereits mit 14 Jahren wurde er Organist an der Kathedrale seiner Heimatstadt. Seine Studien führten ihn nach Kopenhagen zu Hans Fagius, nach Lübeck zu Martin Haselböck und nach Stuttgart zu Jürgen Essl. Er lebt als Organist und Cembalist in Wien.

Wolfgang Kogert

Der gebürtige Wiener studierte an der Wiener Musikuniversität bei Martin Haselböck, in Stuttgart und Detmold. Gewann 2006 den Internationalen Orgelwettbewerb Brügge. 2013 Artist in Residence der Cité des Arts in Paris. Unterrichtet an der Musikhochschule Detmold und an der Universität Mozarteum Salzburg. Intensive Konzerttätigkeit, zahlreiche CD-Aufnahmen.

Choralschola der Wiener Hofburgkapelle

Ausschließlich ehemalige Mitglieder der Wiener Sängerknaben bilden die Choralschola der Wiener Hofburgkapelle; sie gestaltet seit 1952 die Gregorianischen Choräle der lateinischen Liturgie. Initiiert wurde die Choralschola vom damaligen Rektor der Hofburgkapelle Josef Schnitt. Gegenwärtig besteht sie aus rund 25 Sängern, von denen 12 jeden Sonntag bei den Gottesdiensten den Gregorianischen Choral aufführen.

Geleitet wird die Choralschola der Hofburgkapelle, die zu den international anerkanntesten Formationen ihres Fachs zählt, von Daniel Mair, der sich bereits im Rahmen seines Studiums an den Musikuniversitäten von Wien und Graz ausführlich mit der Gregorianik auseinandergesetzt hat.

www.choralschola.at

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