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Die Wiener Hofmusikkapelle

Die Wiener Hofmusikkapelle ist eine der weltweit ältesten Institutionen ihrer Art. Bereits unter dem Habsburger-Herrscher Friedrich III. (1415–1493) gab es eine deutsche und französische Kantorei. Sein Nachfolger, Kaiser Maximilian I. (1459–1519), ordnete am 7. Juli 1498 die Anstellung eines Kapellmeisters, 2 Bassisten und 6 Sängerknaben an. Dieses Datum gilt als Geburtsstunde der Wiener Hofmusikkapelle. Unter Kaiser Ferdinand I. (1503–1564) kam der Großteil der Musiker aus den habsburgischen Niederlanden, dem heutigen Belgien, unter Ferdinand II. (1578–1637) aus Italien. Ihren Höhepunkt erlebte die Wiener Hofmusikkapelle unter den komponierenden Kaisern Ferdinand III. (1608–1657), Leopold I. (1640–1705), Joseph I. (1678–1711) und Karl VI. (1685–1740). Maria Theresia (1717–1780) und Joseph II. (1741–1790) beschränkten die Tätigkeit der Hofmusikkapelle auf die Kirchenmusik. Beethovens Lehrer Antonio Salieri war der letzte italienische Hofkapellmeister. Zu den bedeutenden Musikern der Wiener Hofmusikkapelle im 19. Jahrhundert zählen Franz Schubert, der als Sängerknabe wirkte, Anton Bruckner, der zwischen 1878 und 1892 Hoforganist war, und der den Wiener Philharmonikern besonders verbundene Dirigent Hans Richter, der von 1893 bis 1900 als Hofkapellmeister tätig war. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Hofmusikkapelle dem Unterrichtsministerium unterstellt. Seit 2014 gehört sie zum Bundeskanzleramt. Zu den herausragenden Persönlichkeiten der Wiener Hofmusikkapelle in der jüngeren Vergangenheit zählen die Dirigenten und Staatsoperndirektoren Franz Schalk und Clemens Krauss, der Mitbegründer des legendären Wiener Mozart-Stils Josef Krips und die Chorpädagogen Ferdinand Grossmann und Hans Gillesberger. Ein weltberühmter Dirigent, Riccardo Muti, ist das erste Ehrenmitglied der Wiener Hofmusikkapelle.

Das Ensemble der Wiener Hofmusikkapelle setzt sich zusammen aus den Wiener Sängerknaben (hervorgegangen aus den Hofsängerknaben), Mitgliedern des Herrenchors und des Orchesters der Wiener Staatsoper (damit der Wiener Philharmoniker). Sie gestalten jeden Sonntag um 9:15 Uhr von Mitte September bis Ende Juni den Gottesdienst. Im Mittelpunkt des vom Barock bis in die Gegenwart reichenden Repertoires stehen die großen Messen der Wiener Klassik – Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert – sowie Bruckner. Die wechselnden Teile der Messe (Proprium) werden von der Choralschola der Wiener Hofburgkapelle (ehemaligen Mitgliedern der Wiener Sängerknaben) bestritten. Die Hoforganisten sind international renommierte Konzertorganisten, die – wie auch der derzeitige Hofmusikkapellmeister Erwin Ortner – an in- und ausländischen Universitäten lehren.

Die Hofburgkapelle

Die Wirkungsstätte der Wiener Hofmusikkapelle, die auch Konzerte im In- und Ausland bestreitet und bei Festspielen gastiert, ist die Hofburgkapelle. Die kleine ehemalige Hofkapelle der Habsburger befindet sich mitten in der Wiener Hofburg.

Die erste urkundliche Erwähnung der im gotischen Stil erbauten Hofburgkapelle stammt aus dem Jahr 1296. Damals regierte als Herzog von Österreich der Habsburger Albrecht I. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kapelle mehrfach baulich verändert und spiegelt somit den wechselnden Geschmack der unterschiedlichen Herrscher wider.

Die heutige Gestaltung mit den Oratorien und übereinander liegenden Emporen geht auf Maria Theresia (1717–1780) und Kaiser Franz II. (1768–1835) zurück. Von der früheren Ausgestaltung blieben die 4 Schlusssteine des Gewölbes erhalten. Sie stellen den Segen spendenden Christus Salvator, Maria mit dem Jesuskind, den Evangelisten Johannes und den Erzengel Gabriel dar. Auf den Pfeilern finden sich Holzskulpturen von heiligen Schutzpatronen. Über dem linken Seitenaltar ist eine um 1410 geschnitzte Madonna platziert.

In der Wiener Hofburgkapelle wurden 1914 der ermordete Thronfolger Franz Ferdinand und 2 Jahre später der letzte amtierende Kaiser, Kaiser Franz Joseph, aufgebahrt. Die Hofburgkapelle ist durch den Inneren Burghof und das Schweizertor oder vom Josefsplatz (Prunksaal Nationalbibliothek) zu erreichen. Ihr Eingang liegt über der Schatzkammer.

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