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Orgelkunst & Gregorianik

Gottlieb Muffat: Missa in F

Choralschola der Wiener Hofburgkapelle, Wolfgang Kogert

Messe in F für Schola und Orgel

Eine „Orgelmesse“ ist Resultat einer bis zum Ende des Barock in Frankreich, Italien und den habsburgischen Landen gebräuchlichen Praxis, das Ordinarium der Messe alternierend zwischen der Schola und der Orgel zu interpretieren.

So wurde die Rolle des Organisten im „Cérémonial de l´église“ von 1662 genau beschrieben: er müsse der Schola den Ton angeben und mit kurzen Versetten im Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei mit der Schola alternieren. Zum Offertorium und zur Elevation wurde dem Organisten eine freie Ausgestaltung der Form erlaubt. Zahlreiche große Meister des Orgelspiels, so Girolamo Frescobaldi, Nicolas de Grigny und Johann Kaspar Kerll haben sich dieser Alternatim Praxis bedient.

Gottlieb Muffat  war ein Sohn des Komponisten Georg Muffat, von welchem er wahrscheinlich seinen ersten Musikunterricht erhielt. Nach dem Tod des Vaters ließ er sich in Wien nieder. Dort wurde er Hofscholar (Schüler der Hofkapelle) und Schüler von Johann Josef Fux. Im Jahr 1717 wurde er von Karl VI. zum kaiserlichen Hof- und Kammerorganisten ernannt. Er erteilte den Kindern der kaiserlichen Familie Musikunterricht, darunter auch der späteren Kaiserin Maria Theresia. 1729 erfolgte die Ernennung zum zweiten Organisten und 1741 zum Hoforganisten. 1764 wurde Muffat mit einer ansehnlichen Jahrespension von 900 Gulden pensioniert. 

Unter seinen zahlreichen Orgelwerken findet sich auch die heute erklingende Messe in F, die die Sätze des Ordinariums kunstvoll ausgestaltet und mit einer Toccata ergänzt.
Martin Haselböck

Organist: Wolfgang Kogert
Chor: Choralschola der Wiener Hofburgkapelle

 

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