Michael Haydn (1737–1806): Messe G-Dur, Sub titulo Sancti Leopoldi pro Festo sanctorum innocentium
Michael Haydn begann, wie sein älterer Bruder Joseph, seine künstlerische Laufbahn als Sängerknabe im Stephansdom. 1763 führte ihn sein Lebensweg nach einigen Jahren Dienst als Kapellmeister am fürstbischöflichen Hof in Großwardein nach Salzburg, wo er bis zu seinem Tod 1806 als Komponist wirkte. Er erlebte dort drei Landesfürsten: Zuerst Fürsterzbischof Graf v. Schrattenbach, ab 1771 Graf Colloredo und nach der Aufhebung der geistlichen Herrschaft und der Überführung Salzburgs in ein habsburgisches Herzogtum im Jahr 1802/3 Ferdinand III., den Bruder Kaiser Franz I./II.
Michael Haydn hinterließ zahlreiche Instrumentalwerke, Bühnenmusiken, Oratorien und Lieder. Von höchster Bedeutung war aber seine Kirchenmusik. Teil dieses Schaffens sind auch eine Reihe an Werken, die speziell für Sängerknaben komponiert wurden. Zweifelsfrei sind diese Werke für die Knaben in Salzburg gedacht gewesen, denen er sich aufgrund der eigenen Zeit als Sängerknabe in St. Stephan besonders verbunden fühlte. Zwei Messen und eine Reihe von geistlichen Liedern für Knabenstimmen sind überliefert. Neben der Missa Sancti Leopoldi entstand auch (bereits 1777) die Missa Sancti Aloysii. Beide Werke fanden bereits wenige Jahre nach seinem Tod den Weg in das Repertoire der Wiener Hofmusikkapelle, wo sie bis heute gespielt werden. Erwähnenswert hierzu ist außerdem, dass am 28. Dezember (der noch heute als „Tag der unschuldigen Kinder“ bekannt ist und an den Kindermord in Bethlehem erinnert) am Salzburger Hof ein entsprechendes Fest zu Ehren der Kapellknaben gefeiert wurde.
Die Missa Sancti Leopoldi wurde genau zu solchem Anlass komponiert. Die Messe ist mit zwei Sopranstimmen und einer Altstimme besetzt, die jeweils auch solistisch erklingen. Das Orchester setzt sich aus einer dreistimmigen Streicherbesetzung mit Violinen und Bässen, Orgel sowie zwei Hörnern zusammen. Dies ist auch eine besondere Eigenheit, da Hörner in der zeitgenössischen Kirchenmusik eher eine Seltenheit darstellten, hier aber einen sehr präsenten Platz einnehmen, wenn auch die Partitur diese als „non obligati“ nennt. Auch die Orgel findet im Benedictus solistischen Einsatz.
Sebastian Bürger, Juli 2026
Dirigent: Martin Schebesta
Organist:in: Elke Eckerstorfer
Chor: Wiener Sängerknaben und Choralschola der Wiener Hofburgkapelle
Orchester: Mitglieder der Orchesters der Wiener Staatsoper
Zelebrant: Peter Schipka
Dauer: ca. 85 min (09:15-10:40)
Kartenreservierung unter office@hofmusikkapelle.gv.at
Der Online-Kartenverkauf erfolgt über Culturall:

