Claudio Monteverdi (1567–1643): Messa a quattro voci da capella (1650)
Für vierstimmigen gemischten Chor a cappella
Claudio Monteverdi wurde am 15. Mai 1567 in Cremona getauft und war Sohn eines in der örtlichen Bürgerschaft arrivierten Arztes und Apothekers. Bereits früh erhielt er vom Cremonoser Domkapellmeister Marc Antonio Ingegneri eine gründliche Ausbildung in Gesang, Violinspiel und Komposition. Bereits mit 15 Jahren komponierte er erste Werke, die schon 1583 als „Madrigali spirituali Canzonette a tre voci“ im Druck erschienen. Sein Lebensmittelpunkt verlagerte sich bald von Cremona nach Mantua, wo er ab 1590 eine Anstellung in der Hofkapelle des Herzogs Vincenzo I. Gonzaga erhielt. Hier reifte er zu einem der berühmtesten Komponisten und Musiker seiner Zeit heran und komponierte zahllose Werke. Im Jahre 1612 übersiedelte er u.a. aufgrund von unregelmäßigen Gehaltszahlungen in Mantua nach Venedig. Hier wirkte er nicht weniger produktiv als Kapellmeister am Markusdom bis zu seinem Tode 1643.
Als besonders innovativ gilt der in weiten Teilen von ihm geprägte Kompositionsstil der seconda prattica, der einen Wendepunkt in der Musikgeschichte darstellt. Zusammenfassen lässt sich der neue Stil durch das gezielte, dem Text entsprechende Überschreiten der tradierten Regeln des Tonsatzes der Polyphonie (der prima prattica).
Von Monteverdi ist nur eine Handvoll an Messen überliefert. Die Messa 4 voci da Cappella ist erst 1651 in einem Sammeldruck erschienen. Ein genaues Kompositionsdatum ist nicht überliefert. Als Besetzung ist ursprünglich eine Sopranstimme, zwei Altstimmen und eine gemeinsame Tenor- und Bassstimme vorgesehen. In der heutigen Aufführungspraxis wird der zweite, tiefere Alt jedoch vom Tenor ausgeführt und die Bassstimme nur von den Bässen.
Trotzdem Monteverdis Name untrennbar mit der seconda prattica (und damit wohlgemerkt auch der Geburtsstunde des Madrigals, der Oper und des Oratoriums) verbunden ist, handelt es sich bei seinen Messen um Werke im Stile der prima prattica, sprich um polyphone Werke, bei denen jede Stimme eine unabhängige Führung aufweist und die Struktur sich aus dem Ineinanderfließen der Linien ergibt.
Wien, Juni 2026, Sebastian Bürger
Dirigent: Manuel Huber
Organist: Jeremy Joseph
Chor: Wiener Sängerknaben, Herrenchor der Wiener Staatsoper und Choralschola der Wiener Hofburgkapelle
Zelebrant: Peter Schipka
Dauer: ca. 80 min (09:10-10:35)
Kartenreservierung unter office@hofmusikkapelle.gv.at
Der Online-Kartenverkauf erfolgt über Culturall:

